Low Light Tutorial – Filmen bei Nacht

Read Carefully

Die Filmerei bei wenig Beleuchtung und insbesondere Nachts ist immer eine Herausforderung. Schnell wird das Bild zu körnig oder schlichtweg einfach zu dunkeln. In diesem Tutorial geben wir euch ein paar praktische Tipps und Tricks rund um das Filmen bei Nacht mit an die Hand mit denen eure Ergebnisse deutlich besser werden sollten.

Nachts filmen bei ungünstigem Licht? Diese Tipps und Tricks sollte ihr beherzigen:

1. Die Wahl der richtigen Kamera & Objektive

Starten sollte man in jedenfall mit einer möglichst lichtstarken Kamera (die RED gehört hier leider nicht dazu – ab ISO 800 fängt das Bild hier kräftig an zu krieseln), wir filmen mit der Canon 1D X Mark II und der Canon 5D Mark IV aber auch Sony Kameras liefern hervorragende Ergebnisse. Uns gefallen allerdings die Farben der Canon deutlich besser.

Ganz wichtig sind natürlich vor allem lichtstarke Objektive (noch wichtiger als die Kamera). Für unseren Low Light Tutorial Filmdreh haben wir folgende Objektive verwendet:

Canon EF 24-70 mm 1:2.8
Dieses Objektiv haben wir für unseren Filmdreh noch zum Beginn der Dämmerung eingesetzt. Später jedoch haben wir auf die lichtstärkeren Objektive von SIGMA ART gewechselt:

SIGMA ART 18-38 mm 1:1.8

SIGMA ART 85 mm 1:1.4  (tolles Bokeh!)


2. Low Light Kameraeinstellungen

Elementare Kamera Einstellungen für das Filmen bei einer Low Light Situation. Folgende Einstellungen haben wir für unseren Filmdreh verwendet:

BLENDE
Filmt mit möglichst offener Blende, optimalerweise wählt ihr hier eine Blende von 1.4 bzw. 1.8. Beim Filmen mit einer offenen Blende solltet ihr in jedenfalls einen Kamera-Stabilisator benutzen um euer Objekt sicher und ruhig fokussieren zu können (Der Fokus-Schärfenpunkt bei offener Blende beträgt oft nur wenige Zentimeter), entweder einen Gimbal oder ein Stativ. Wir filmen aktuell mit dem Zhiyun-Tech Crane 2 Gimbal und dem neuen DJI Ronin S.

ISO-WERT
Den ISO Wert könnt ihr in der Regel hochschrauben von 1600 bis zu 6400. Darüber wird das Bild sehr krieselig und störende Artefakte werden sichtbar. Dennoch ist auch das oftmals kein Problem, da ihr die Möglichkeit habt in der Postproduktion das Krieseln wieder herauszubrechen, z.B. mit der Hollywood-erprobten Software „Neat Video„.

Generell gilt, lieber den ISO Wert etwas höher einstellen und das Bild in der Nachbearbeitung wieder abdunkeln als umgekehrt. So habt ihr deutlich weniger Artefakte im Bild. Außerdem solltet ihr möglichst nicht mit einem flachen Bildprofil wählen wie es zahlreiche Kameras optional anbieten (gilt auch für das Filmen mit dem iPhone und der App FiLMic PRO).

BILDRATE
Um später die Möglichkeit zu haben Filmmaterial später in Slow Motion abzuspielen wählen wir eine Bildrate von 50 Bilder die Sekunde (50 FPS). Normalerweise filmen wir mit 25 FPS aber so können wir gerade bei emotionalen Anlässen wie z.B. ein Konzert perfekt Material in Slow Motion wiedergeben. Daher unsere Einstellung 50 FPS.

SHUTTERSPEED
Filmt man mit 50 FPS sollte in der Regel der Shutter genau auf das 2-fache dieses Wertes eingestellt werden (so die Faustregel), also 1/100. Wenn Ihr euer Bild auf einem Gimbal stabilisiert und ruckartige Bewegungen vermeidet könnt ihr aber die Shutterspeed hochdrehen auf bis zu 1/50. Traut euch die Regel „Shutterspeed gleich doppelte Framerate“ zu brechen. Wenn ihr später auf Slow Motion Effekte verzichten möchtet filmt einfach mit einer Framerate von 25 FPS und wählt als Shutter 1/25. Euer Film wird dadurch nochmal deutlich heller, allerdings könnt ihr die Geschwindigkeit nicht mehr für Slow Motion Effekte später herunterregeln. Daher filmen wir mit 50 FPS und einem Shutter von 1/50.

Weitere wertvolle Tipps & Tricks rund um das Filmen bei Nacht findet ihr in unserem Low Light Tutorial von Wolffilms auf YouTube sowie zahlreiche andere Video-Tutorials für Filmemacher.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top