Videoschnitt Tutorial | Top 10 Schnitte & Übergänge

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In diesem Video zeigen wir euch die Top 10 Videoschnitttechniken aus Hollywood. Hierbei handelt es sich um Feinschnittarten mit denen ihr geniale Übergänge schaffen könnt. All diese Schnitte und Übergangsarten könnt ihr dann ganz einfach für eure eigenen Videoprojekte verwenden. 

1. Hardcut

Oder auch übersetzt der harte Schnitt – ist eine simple aneinander Setzung zweiter Clips ohne weitere Effekte aufzulegen. Gerade beim Hardcut wird es sehr gerne gesehen, mit unterschiedlichen Einstellungsgrößen zu arbeiten. Setzt daher nicht gleiche Shotarten aneinander, sondern lasst diese in ihrer Kombination variieren. Wie zum Beispiel ein Weitwinkelshot mit einem Mediumshot. 

Ein gutes Beispiel für einen klassischen Hardcut wäre eine Dialogszenen.

2. L-Cut

Bild und Ton müssen nicht immer gleichzeitig geschnitten sein. Nur weil eine Szene endet, heißt es nicht, dass der Dialog des Darstellers abrupt enden muss. Er kann auch fließend in ein Bildwechsel mit übergehen. Diese Art der Schnitttechnik nennt man L-Cut. Das „L“ steht hierbei nicht für ein Kürzel, sondern eher für eine Orientierungshilfe. Der Fuß von L zeigt nach rechts, bedeutet die Audiospur verläuft in den folgenden (in der Timeline eures Schnittprogramms) rechten Clip mit ein.

Als Beispiel:

Person A führt den Dialog in die darauffolgende Szene, wo Person B gezeigt wird. Wird der L-Cut für einen Szenenwechsel verwendet, endet die Audiospur „verspätet“ – der auch als „Audio Delay“ genannt wird.

3. J-Cut

Natürlich funktioniert die Vorgehensweise des L-Cuts auch in die andere „Richtung“. Wir befinden uns in Szene 1 und sehen deutlich Person A, noch bevor der Szenenwechsel zu Person B stattfindet, kann man den Dialog von Person B noch in Szene 1 hören. Man spricht hier von einem J-Cut.  Anstelle des Audio Delays, beginnt die Audiospur „verfrüht“. In diesem Fall spricht man von „Audio advance“.

4. Vermeidet Jup Cuts

Der Jump Cut bietet sich an, wenn es um schnellere Sequenzen geht dessen Handlung durch harte Schnitte abgekürzt wird. Hierbei handelt es sich um rasch aufeinanderfolgende Motivsprünge zwischen mehreren Einstellungen. Gerade wenn es um hektische und spannende Elemente geht wird diese Schnitttechnik angewandt. 

Geht jedoch mit bedacht mit Jups Cuts um. Sie können als Stilmittel eurer Sache dienlich sein, erwecken aber schnell einen unprofessionellen Eindruck. Falsch gesetzt können diese einfach nur irritierend wirken.

Kleiner Tipp:

Auch wenn man beabsichtig keine Jump Cuts zu nutzen kann es mal zu kleinen Drehfehlern kommen, die es auszumerzen gilt. Sei es ein kleiner Versprecher oder ein störendes Element. Was sich hier anbietet ist eine kleiner Zwischenschnitt – der sogenannte „Cutaway“. Der Cutaway unterbricht den eigentlichen Handlungsstrang und führt den Zwischenschnitt ein. Er wird auch gerne im Bezug auf „B-Roll“ genannt, da er eine Nebenstrang füllt (A-Roll = Hauptclip, B-Roll = Zweitclip zur Überblendung)

5. Cross Fade

Stellt euch vor ihr habt zwei Handlungen, die ihr durch einen Schnitt zeigt. Diese müssen keinen unmittelbaren Zusammenhang haben. Man spricht dann von Cross Cutting. Mit dem Blend- bzw. Fade Effekt wird ein Übergang geschaffen, der dann klassisch Cross Fade genannt wird. In der Regel ist diese Schnitttechnik aus der alten Schule und wird in der Regel eher seltener auf der Leinwand genutzt.

George Lucas hat in vielen seiner Star Wars teilen diese Schnitttechnik verwendet. Gerade noch auf dem Wüstenplaneten Tatooine, wird übergeblendet zum imperialischen Sternenzerstören.

Man sieht im linken Bereich noch das Büro, während im rechten teil zum Darsteller übergeblendet wird.

6. Camera Movement

Mithilfe von Kamerabewegungen kann man nahtlose Übergänge simulieren. Hierbei müsst ihr nur auf die einheitliche Kamerabewegung und Kamerageschwindigkeit achten. Endet Clip 1 mit einer Kamerabewegung nach rechts und beginnt Clip 2 eben mit derselben rechtsführenden Bewegung, könnt ihr durch die fließende Bewegung einen nahtlosen Übergang schaffen.
Diese Möglichkeit bietet viele Variationen der Übergangstechnik, wie zum Beispiel The Whip oder der Parallax Effekt. 

7. Hidden Cut

Oder auch der unsichtbare Schnitt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Schnitttechnik, die dem Zuschauer suggeriert eine nahtlose Handlung zu erleben. Ein sehr effektiver Schnitt, der sich auch in der Regel sehr gut umsetzen lässt. Man bedient sich hierbei einem bildfüllenden Element, welches als Übergangsmittel verwendet wird um zwei unterschiedliche Szenen miteinander zu verbinden.

In unserem Beispiel sieht man den Darsteller in einen dunklen Raum laufen. Die Dunkelheit wird als Übergangsmittel verwendet um den ersten Clip mit dem zweiten Clip zu verbinden. Was in Szene 1 in Dunkelheit endet, beginnt in Szene zwei in einer ähnlichen bildfüllenden Dunkelheit 2. Der Effekt: Man sieht den Darsteller in einen dunklen Raum eintreten, bis hin dieser den Raum zum Licht hin verlässt.

8. Smash Cut

Eine impulsive Schnitttechnik die einen Übergang von zwei völlig gegensätzlichen Szenen schafft. Der Smash Cut münzt auf dem Element der Überraschung. Dort wo in einer ruhigen Szene 1 noch die entspannte Natur gezeigt wird, kann mit einem plötzlichen unerwarteten Smash Cut in eine laute und unruhige Actionszene mit dröhnenden Motoren enden.

9. Match Cut

Der Match Cut ist so ziemlich das Gegenteil vom Smash Cut. Ihr werden zwei Szenen verbunden, welche gleiche Elemente teilen, wird in folgenden Szenen übertragen. Bezogen auf den Bildinhalt kann dies durch eine gleiche Bewegung, Belichtung, Farbspektrum, usw. beziehen. Sie unterscheiden sich einzig im zeitlichen bzw. räumlichen Element. Wie ihr seht wird hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt. 

Im folgenden Beispiel sieht man unseren Darsteller am Strand. Der Bildausschnitt, die Skalierung, die Kamerabewegung und die Bewegung des Darstellers sind in beiden Szenen gleich. Allein der räumliche und zeitliche Faktor unterscheidet sich, da man unseren Darsteller „in die goldene Stunde“ laufen sieht. Beide Szenen werden im passenden Bewegungsmuster des Darstellers angebunden – fertig ist der Match Cut.

10. Action Cut

„Cutting on Action“ – so bringt es Rainer genau auf den Punkt. Die Schnitttechnik “Action Cut” ist eine handlungsorientierte Technik, die häufig mit Bewegungen verbunden wird. In der Regel werden zwei Szenen mit unterschiedlichen Kameraperspektiven verbunden. Relevant ist, dass im Höhepunkt der Aktion, der eigentliche Cut erfolgt. 

Tritt ein Darsteller mit dem rechten Fuß in der Endsequenz in Szene 1 auf, muss der 2. Clip ebenfalls mit dem rechten Fuß weitergehen um einen vernünftigen Schnitt und flüssigen Übergang zu ermöglichen.

Ein gutes Beispiel wäre Rainers Abschiedsgruß. Der Cut fällt bei Rainer exakt in dem Moment, wo seine Hand in voll ausgestreckter Haltung die Kamera erreicht. Es erfolgt eine Abdunklung als Übergang zum z.B. unserem Wolffilms Logo:

11. Bonus: Cross Cutting

Ihr wollt ein Ereignis mit zwei unterschiedlichen Handlungen widergeben, die zur selben Zeit stattfinden, allerdings räumlich getrennt ist? Dann ist der Cross Cut bzw. Kreuzschnitt die richtige Schnitttechnik für euch. 

Wie im Cross Fade bereits ein wenig angeschnitten wurde, könnt ihr anstelle des Blendübergangs einen harten Schnitt vornehmen. So erzeugt ihr mehr Dramatik in euren Szenen. Cross Cutting bezieht sich auf eine Schnitttechnik, dessen Inhalt aus zwei unterschiedlichen Sequenzen besteht, welche abwechselnd zur Schau gestellt werden.

In unserem Beispiel haben wir zwei Darsteller, welche versuchen sich auf hastiger Weise zu finden. Eine Person rennt die Treppe hinab, während Person Zwei durch den Flur eilt. Die harten Schnitte sorgen für dramatische Perspektivenwechsel beider Charaktere, bis die beiden aufeinandertreffen. Dank des Cross Cuttings wirkt es so, als würden beide parallel zum Treffpunkt eilen.

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